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Bericht und Fotos
von Jürgen. |
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Im Herbst 2003 reifte in mir der Entschluss, meiner Morini 3 1/2
Baujahr 1981 eine Frischzellenkur zukommen zu lassen. In Planung waren an erster Stelle die
Räder. Borrani Hochschulterfelgen sollten eigentlich gehegt und gepflegt werden, da sie nun
nicht mehr in Massen auf dem Markt sind.
Damit ihr euch ein Bild machen könnt, vorab ein Foto vor dem Umbau. |
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Da wie gesagt die Borranis sehr selten und damit auch teuer geworden
sind, hieß das ausspeichen, Felgen und Naben polieren und neu einspeichen. Weil ich sehr gute
Erfahrung mit Edelstahlspeichen bei meiner Guzzi und der Triumph gemacht hatte, sollten diese
auch an meiner Morini Verwendung finden. |
| Ich hatte mir einen alten Schleifbock als Polierbock umgebaut, so
das ich diese Arbeiten in der heimischen Garage durchführen konnte. |
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Eine furchtbare Drecksarbeit, aber was soll's. Das Ergebnis ist der
Trost. Da ich mich nun einmal an der Dreck gewöhnt hatte, und das Ergebnis meinen Erwartungen
entsprochen hatte, polierte ich gleich munter weiter. Gabelbrücke, Motorgehäusedeckel,
Kupplungshebel, Bremshebel, Kickstarter und was mir so in die Hände gefallen ist. |
| So, da ich jetzt angefangen hatte, musste ich auch weitermachen. Also
alles auseinander bauen, da ich ja bei der Gelegenheit auch gleich den Rahmen neu lackieren
wollte. Das Auseinanderbauen geht ja nun mal ziemlich fix. Hoffentlich klappt das auch so wieder
beim Zusammenbau! Der Rahmen und die Hinterradschwinge sind nun fertig zum Sandstrahlen. Gut
wenn man Freunde hat, die einem bei solchen Arbeiten hilfreich mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Die anderen Blechteile konnte ich selbst Glasstrahlen. Nachdem am Rahmen noch einige Änderungen
vorgenommen worden sind, überflüssige Halterungen viel der Flex von Peter zum Opfer und dafür
wieder wurden andere angebracht (Fußrastenhalteplatten), konnten die Teile zum grundieren. |
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In der Zwischenzeit konnte ich mich um meinen Tank kümmern. Ich
hatte vor einigen Wochen einen Valentini Tank und auch die dazu passende Höckersitzbank im
Anzeigenteil der Motalia gefunden und sofort gekauft! Jetzt begann der spannende Teil. Was sagt
der TÜV dazu? da ich keinerlei Papiere für diese Sachen hatte. Also vorab zum TÜV. Das war
entgegen meiner Befürchtungen kein allzu großes Problem. Mit einer Druckprüfung mit 0,3 bar
sollte der Tank eintragungsfähig sein, sagte der TÜV-Mann mir. Also ein paar Blindnippel für die
Abdichtung der Benzinhähne gedreht. Aber wie bekomme ich den Einfüllstutzen dicht? Wieder konnte
ich auf die Hilfe eines Freundes, der im Sanitärbereich Arbeitet, zurückgreifen. Die haben prima
stutzen zum Abdrücken mit Manometeranschluß. Also alles zusammen packen und ab zum TÜV zur
Druckprobe. Dank eines sehr kompetenten TÜV Ingenieurs war das kein Problem. Und auch bei meiner
selbstgebauten Fußrastenanlage, sowie der Höckersitzbank hatte der gute Mann keine
Bauchschmerzen mir diese freizugeben und in meine Papiere einzutragen. |
| Na, wie passt das alles auf den Rahmen? Also alles mal auflegen und
mir Gedanken über die Halterungen machen. |
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Jetzt hatte ich Zeit mich um die Armaturen zu kümmern. Ich hatte mir
vorgenommen, Weiß sollten die Ziffernblätter werden, und meine Persönliche Note erhalten. Also
war wieder Selbermachen angesagt! Aber in Zeiten Digitaler Bildbearbeitung war das nicht mehr so
ein großes Problem. Aber woher bekomme ich neue Abdeckringe in Chrom? Eine elende Sucherei
begann, bis ich auf dem Oldtimermarkt in den Hammer Zentralhallen zwei Stück auftreiben konnte.
15 Euro das Stück ist ja nun auch ein guter Preis. Nach einigen Versuchen mit der Digitalen
Bildbearbeitung waren dann auch meine Ziffernblätter fertig geworden. Ich bin jetzt ganz
zufrieden. |
| Da der Morinimotor ein zuverlässiger Geselle ist, brauchte ich mich
um den Motor nicht groß zu kümmern. Ein paar Optische Kleinigkeiten ;-) wie polieren und das
furchtbare Schwarz vom Motorblock entfernen, und schon erstrahlte der Motor in neuem Glanz!
Franco Lambertini sei Dank! |
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Nun ging es an die Vorbereitung für die Lackierarbeiten. Alle zu
grundierenden Teile waren zu schleifen. Also mit 180er Schmirgelpapier anfangen, und dann mit
240er Papier noch ein zweites Mal schleifen. Dann konnte alles zum Lackierer gegeben werden. Ein
wenig suchen nach einem Lackierer der einen akzeptablen Preis macht kann sich ganz schön lohnen.
Die ersten Angebote lagen zwischen 600 - 800 Euro. Auf den Rat eines weiteren Freundes habe ich
dann einen Lackierer gefunden der mir sämtliche Lackierarbeiten für 200 Euro machen wollte. Das
Angebot war super und so waren wir uns schnell einig. Jetzt kam das große Überlegen, in welcher
Farbe lasse ich mein Moped lackieren? Nach allen möglichen Überlegungen wie Grün, Gelb und
Orange bin ich dann doch bei dem klassischen Rot geblieben. Auch wenn 90% aller Morinis Rot
sind. Der Rahmen sollte Silber werden. Der Tank und die Höckersitzbank Rot, und Silber
abgesetzt. Nach einigen Überlegungen hatte ich auch eine Idee wie das umzusetzen war. Da die
Teile jetzt beim Lackierer waren, hatte ich Zeit mich um andere Kleinigkeiten zu kümmern. So hatte
mir ein bekannter Graphiker die Aufkleber nach meinen Vorstellungen angefertigt. Jetzt brauchte
ich nur noch darauf warten das der Lackierer den Vollzug seiner Arbeit meldete. |
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| Endlich waren alle Teile zurück und ich konnte mich an den Bau der
Halterungen begeben. Dann noch einmal alle grundierten Teile mit 600er Nassschleifpapier
schleifen, und
alles wieder zurück zum Lackierer. Aber vorher wurde noch einmal alles zusammengesteckt, ob auch ja
alles passte! Denn nach der Endlackierung ist es nicht so toll wenn man noch etwas ändern muss. |
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Die Räder hatten in der Zwischenzeit neue Reifen bekommen. Dieser
Bridgestone BT45 soll ein Klasse Reifen für die Morini sein. Na, ich werde es testen. Die Räder
standen nun einbaufertig in der Garage und warteten gemeinsam mit mir sehnsüchtig auf den ersten
Ausritt. |
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| So langsam wurde ich ungeduldig, und es war noch eine Menge zu tun.
Fußrasten und Seitendeckel waren noch anzufertigen. Die wollte, und hat Peter für mich
angefertigt. An dieser
Stelle ganz besonderen Dank an alle, die mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Bisher
hatte alles einen Riesenspaß gemacht, und auch die Kosten haben sich in Grenzen halten lassen.
Meine Frau hat tapfer Kaffee gekocht und in die Garage gebracht, so dass ich immer munter
weiterarbeiten konnte. So, die Teile waren vom Lackierer zurück, und ich konnte endlich mit dem
Wiederaufbau meiner Morini beginnen. Der schönste Moment war, als der Motor wieder an seinem
Platz im Rahmen eingebaut war, und das haben wir mit einer guten Flasche Bardolino Rotwein in
der Garage gefeiert. Na ja, das ein oder andere Glas Bardolino hat natürlich während der
gesamten Arbeit in der Garage zur Gedankenanregung und zum gesundheitlichen Wohlbefinden
beigetragen. Aber auch dieses hat die Umbaukasse nicht allzu sehr strapaziert. |
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Das was ich aber am allerwenigsten mag ist der Kabelsalat, da ich
von der Materie soviel Ahnung habe wie die sprichwörtliche Kuh vom Sonntag. Außerdem wollte ich
den ganzen Salat weiter nach innen versetzen, da ich ja meine neuen, anders geformten,
Seitendeckel montieren wollte. Na dann viel Spaß dachte ich mir. Aber auch an diesem Punkt kam
wieder mein Freund ins Spiel, und mir zu Hilfe. Und durch Peters Hilfe ging auch der Einbau und
das verkabeln der gesamten Elektrik gut voran. Auch wenn einige Freunde schon mal frotzeln und
Fragen: ob ich denn in diesem Jahr nur Gespann fahren wolle, oder ob die Morini denn wohl noch
2004 auf die Räder kommen würde. Wir werden sehen, sagte ich, Gut Ding will Weile haben! |
In der Zwischenzeit wurden auch von Peter die Fußrasten angefertigt.
Auch um meine Geduld war es noch ganz gut bestellt, da in diesem Sommer?? das Wetter mit den
Bastlern ein Einsehen hatte, und Keller und Garagenasseln mit kühlen Temperaturen und nahezu
Dauerregen verwöhnt wurden! Aber wir wollten die Hoffnung nicht aufgeben und werden mit
Sicherheit noch die ein oder andere Tour machen.
Die Fußrasten waren mittlerweile fertig, und montiert. Ich finde das hat Peter ganz toll
gemacht. Auch die Fußbremse, jetzt auf der linken Seite, hatte ihren endgültigen Status
erreicht. Da sind ganz schön Späne gemacht worden. |
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Nun musste noch ein Zwischenstück für den Kickstarter angefertigt
werden, da dieser ansonsten nicht an der zurückverlegten Fußrastenanlage vorbei passen würde. Aber auch
diese Problem wurde mit Hilfe von Peters geschickten Händen auf der Fräsbank gelöst. Der
neumodische Elektrostarter fiel der Gewichtsoptimierung zum Opfer. Dafür muss sich manch einer
echt teure Karbonteile kaufen :-) Ich war gespannt, was meine Diva wohl nach dem Umbau auf die
Waage drücken würde. |
| Das Sitzbankpolster hatte nun auch seinen endgültigen Status
erreicht. Jetzt musste nur noch der Fahrer abspecken, oder Fahrer und Höcker werden eine H7
Passung (saugend) bilden müssen. |
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Nachdem alles soweit fertig gestellt war, musste jetzt noch der Rest
der Elektrik verdrahtet und angeschlossen werden .Einige angegammelte Steckverbindungen mussten
in diesem Arbeitsschritt auch noch erneuert werden. |
| So langsam kam jetzt Grund in die Umbauarbeiten. Ich wollte ja
unbedingt die erste Probefahrt noch vor dem Sommerurlaub machen, da wir mit dem Bürgerkäfig
(Auto) nach bella Italia wollten. Nachdem nun alles verkabelt war, und (oh Wunder!) auch noch
richtig funktionierte, stand der ersten Test und Installationsfahrt nichts mehr im Weg. Das Bild
rechts zeigt Peters 500er Morini und meine bella Signorina Tremezzo vor der ersten gemeinsamen
Ausfahrt. |
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Hier dann noch zum Abschluss einige Bilder von meiner Signorina
Tremezzo, mit deren Aussehen ich jetzt rundherum zufrieden bin.
Ich wünsche allen Italo Treibern immer zwei Finger breit Asphalt unter den Rädern. Wir sehen uns
sicher irgendwo auf der Strasse,
beim Italo-Moto Stammtisch
oder auf irgendeinem Italo- oder Motorradtreffen. .
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