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Italien Tour 2003 Falls ihr die Bilder größer sehen möchtet, draufklicken!

4 Sauerländer Italo-Moto Freunde in Italien.

Seit Jahren saßen wir 4 (Jürgen, Jürgen, Kalla und ich Uli) in der motorradlosen Zeit im Winter zusammen und haben von einer Tour in das Heimatland unserer Motos gesponnen. Aber wir scheiterten immer wieder in der Saison an irgendwelchen Zeitproblemen, aber im Winter 2002 haben wir uns dann gesagt: wir fahren, jetzt oder nie! Als Termin haben wir uns das verlängerte Wochenende über Fronleichnam ausgesucht. Da einer von uns in der Nähe des Gardasees schon mal seinen Jahresurlaub verbracht hatte und sich etwas auskannte wählten wir den Ort Molina am Lago di Ledro als Zielort. Als nächsten Schritt suchten wir dann im Internet nach einem geeignetem Hotel, und wurden rasch fündig. Dann Reservierungsanfrage losgeschickt und ruck zuck hatten wir vom Hotel Cima de Oro unsere Zimmerbestätigung erhalten.

Da wir ja alle 4 schon etwas Alt geworden sind (über 40) entschlossen wir uns für eine bequeme Anreise und verluden unsere Motos, eine Morini 3 ½, eine Morini Kanguro, eine Moto-Guzzi V11, und eine Ducati Monster in zwei Transporter. Wir beruhigten uns mit der Aussage das wir dann auch nicht unsere Reifen auf der Autobahn viereckig fahren würden! Am Sonntag vor der Abreise wurde dann noch eben an der Kanguro ein neuer Zahnriemen montiert, Zündanlage komplett gewechselt, Ventile eingestellt, Luftfilter gewechselt und Vergaser eingestellt, weil Jürgen die Kanguro gerade erst erworben hatte!

Dienstags abends dann noch schnell zur Tankstelle und alle Motos voll getankt und eingeladen, weil wir am Mittwochmorgen um 6 Uhr los wollten.

Am Mittwochmorgen nach einer Tasse Kaffe in Kallas Küche starteten wir dann um 6:30 Richtung Italien. Kurz vor Kassel begann es dann zu Regnen, der Regen hielt an bis wir kurz vor München unsere Transporter tanken mussten. Jürgen + Jürgen hatten ihre Morinis auf einem offenen Pritschenwagen der aus beruflichen Gründen mit gelben Rundumleuchten ausgerüstet ist. Ein triefendnasser Motorradfahrer sah sich die Morinis an und fragte: ist das teuer? Jürgen verstand nicht was er meinte, und fragte: meinst du die Motorräder? Dann fiel der Groschen! Nein sagte Jürgen wir werden nicht abgeschleppt, die Morinis sind OK, wir sind nur zu bequem zum Selbstfahren (Schäm). Daraufhin meinte der Kollege ob wir wohl noch einen Platz auf der Ladefläche frei hätten, weil er jetzt auch die Nase voll hätte vom Regen und uns schon verstehen könnte. Das beruhigte uns wieder etwas. Dann wieder unter diesen widrigen Wetterbedingungen die Transporter bestiegen, Scheibenwischer an und weiter. Das Wetter war beständig bis Österreich, aber als wir oben auf dem Brenner waren wurde das Wetter schon besser. Je näher wir unserem Ziel kamen wechselte das Wetter zu super Sommerwetter.

In Rovereto verließen wir die Autobahn und fuhren über Trento, Arco und Riva del Garda nach Molina di Ledro. Der Weg führte uns durch einen bergaufführenden sehr langen Tunnel, und wir malten uns aus wie sich das wohl anhören würde, wenn wir mit unseren Motos durch diesen Tunnel donnern. Vor allem Uli hatte viel Spaß an dieser Vorstellung weil er an seiner Monster Donnerrohre von Sil Motor montiert hat. Nach 12 Stunden Fahrzeit erreichten wir vollkommen trocken und entspannt unser Hotel, anschließend auf der Hotelterrasse lauschten wir dem zirpen der Grillen und dem knistern der abkühlenden Transportermotoren. Da wir ja wie gesagt schon etwas älter sind, beschlossen wir die Motos erst am nächsten Morgen auszuladen und entschieden uns dafür den Bardolino zu genießen.

Der erste Morgen am Ledrosee begrüßte und mit strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen. Nach dem Frühstück wurden die Motos ausgeladen, und die Fahrer in den Bratschlauch gezwängt (Lederzeug, Helm, Stiefel und Handschuhe). Jetzt wurden die Motoren gestartet, doch Schreck! Ulis Monster wollte nicht so recht, doch dann grollte sie und es ging los. Wir wollten als erstes zum Tremalzopass weil der nur ca. 10 Kilometer von unserem Hotel entfernt war. Doch beim Abbiegen von der Hauptstrasse auf die Auffahrt zum Tremalzo bekam Ulis Monster wieder Schluckauf und der Motor verstummte, der Motor startete zwar wieder, aber beim erneuten Anfahrversuch verstummte er wieder und dieses wiederholte sich mehrmals. Also Kerzen raus und gereinigt, alle Steckerverbindungen auf festen Sitz überprüft und erneuter Versuch. Aber es war ohne Erfolg die Monster wollte nicht. Was tun? Man hat ja heute im Gegensatz zu früher ein Handy in der Tasche, also Michael Nitzsche (www.italomotos.de) in Deutschland angerufen und um Fachmännischen Rat gefragt, nach unserer Schilderung was wir schon versucht hatten sagte er: du brauchst jetzt eine Ducatiwerkstatt mit Motortester usw. Auf meine Frage wo wir eine finden sollten sagte Michael ich suche im Internet und rufe dich dann zurück. Er fand 3 Werkstätten zwischen dem Gardasee und Bozen. Also zurück zum Hotel und die Monster in den Transporter geladen. Ich wollte mich alleine auf den Weg machen, aber Kalla sagte ich komme mit dir. Das er dadurch auf einen tollen Motorradtag verzichtete fand ich schon stark. Aber unseren beiden Morinitreibern haben wir gesagt sie sollten schon mal einige Installationsrunden drehen und so die Zündungs- und Vergasereinstellungen überprüfen, denn morgen wären die Guzzi und die Monster wieder dabei und denen müsst ihr folgen.

Bei unserer dritten Anlaufstelle dem DUCATI-STORE in Bozen fanden wir einen sehr freundlichen und hilfsbereiten Mechaniker, er sagte uns zu das meine Monster bis zum Mittag des nächsten Tages wieder fahrbereit ist. Nachdem wir wieder am Hotel waren kamen unsere Freunde auch schon von ihrer Runde zurück und waren sehr zufrieden mit ihren Morinis. Wir überlegten dann was wir am nächsten Tag machen werden.

Es gab viele Ideen, mit dem Transporter sollte ich den Motos folgen, und weitere Vorschläge. Doch Kalla meinte dann: alles Quatsch wir sind zum Motorrad fahren hier, Uli kommt hinten auf die Guzzi wir fahren grobe Richtung Bozen über die Pässe und holen dann Mittags die Monster ab und können so zusammen weiterfahren. Ich fand das auch eine gute Idee, und so wurde es beschlossen.

Jetzt waren wir hungrig und durstig und setzten uns auf die Hotelterrasse, ein freundliches Hallo zu den andren anwesenden Motorradfahrern und schon wurden die Tische zusammengeschoben und wir saßen alle gemeinsam an einer großen Tafel. Die meisten wussten natürlich schon von meinem Problem, und es wurde gut gefrotzelt, vor allen Dingen von Nicht-Ducati-Fahrern. Es wurde ein langer Abend, es wurde erzählt wo man schon war, man bekam Tipps von allen Seiten, und wir hatten alle viel Spaß.

Am Freitagmorgen ging es dann los über Pieve di Ledro zum Passo di Ampolla zum Lago di Idro bis Nozza, dann fuhren wir über herrliche einspurige Bergstraßen über Malpaga, Invico bis Brozzo. Von hier dann über eine schöne Landstraße bis zum Passo di Manavia von hier dann Richtung Breguzzo am Lago di Molveno vorbei bis Mezzo-Lombardo, dann über Dermulo über den Cavernopaß bis auf den Mendelpaß und dann Richtung Bozen.

Ich saß ja hinten auf Kallas Guzzi und hatte gut Übersicht, wir näherten und dem Hitzekessel Bozen. Wir mussten nach Bozen-Nord und ich wusste das in der Nähe unseres Ziels hohe Baukräne standen, diese konnte ich von weitem sehen und navigierte uns durch das 44 Grad heiße Bozen. Was keiner geglaubt hatte, wir erreichten auf Anhieb unser Ziel den Ducati-Store in Bozen. Welch eine Freude ich hatte kann ich nicht beschreiben, als ich sah das der Ducatimechaniker gerade dabei war die Sitzbank zu montieren, und mir sagte das er den Fehler gefunden und beseitigt habe. Es war ein fast durchgescheuertes Kabel im Kabelbaum welches vom Notausschalter zum Anlasser führt. Nachdem ich die sehr preiswerte Rechnung beglichen hatte konnte ich endlich mit meiner Monster die Italienischen Straßen unter die Räder nehmen.

Wir wollten jetzt Bozen über die alte Brenner Bundesstrasse verlassen, aber kaum waren wir aus Bozen raus standen wir im Stau. Auf der parallel verlaufenden Autobahn war ein LKW in Brand geraten und die Autobahn gesperrt, darum stand alles auf der Bundestrasse. Wir quälten uns bei über 40 Grad eine halbe Stunde im Stau vorwärts, bis wir kurz vor Blumau nach rechts in die Berge entwischen konnten. Wir fuhren über Tiers hinauf zum Karerpass, dann über Moena und Predazzo zum Passo di Rolle, bis Irmer dann über den Passo Brocon bis Castello und Strigno nach Borgo. Jetzt hatten wir erst mal Pässe genug gefahren und fuhren über die Landstasse bis Trento und Arco nach Riva del Garda, von hier dann wieder durch diesen schönen langen Tunnel, in dem meine Monster so schön donnerte wie ich es mir vorgestellt hatte, hinauf nach Molina di Ledro.

Am Hotel angekommen waren wir uns einig, es war ein herrlicher Motorradtag und wir waren echt geschafft von den vielen Pässen die wir gefahren sind.

Der weiter Ablauf des Abends war eigentlich schon klar, die anderen waren schon auf der Hotelterrasse und hatten bereits die Tische zusammengestellt, es wurde gegessen, getrunken, gelacht und erzählt von den Erlebnissen des Tages und andere Geschichten.

Am Samstagmorgen wollten Kalla und ich unbedingt dann noch den Tremalzopass fahren, und die Morinitreiber kamen natürlich mit. Da der Tremalzopass bergab Richtung Gardasee für Motorräder gesperrt ist fuhren wir wieder runter zur Landstrasse und über den Passo di Ampolla zum Lago di Idro. Nachdem wir diesen fast umrundet hatten fuhren wir von Cantone über Moerna zum Lago di Valvestino. Von hier ging es nur bergab bis Formaga dann fuhren wir noch mal in die Berge bis Costa Mignone und dann über kleinste Bergstrassen wieder runter zum Lago di Garda. Jetzt ging es die Seestraße entlang bis Riva del Garda und dann wieder durch diesen wunderbaren Tunnel hinauf zum Lago di Ledro nach Molina.

Am Hotel angekommen beschlossen wir unsere verschwitzten müden Körper im Lago di Ledro zu erfrischen. Also raus aus den Lederklamotten und rein in die Badehose. Nach dem schwimmen im herrlich sauberen See entspannten wir uns noch eine weile am menschenleeren Strand.

Wir beschlossen die Rückreise auf Samstagnacht vorzuziehen, weil wir nicht am Sonntag nach diesem langen Wochenende im Stau auf den Deutschen Autobahnen stehen wollten.

Am Hotel angekommen hatten die anderen natürlich Spaß, weil sie, wie sie sagten, nicht gedacht hätten das Sauerländer auch schwimmen könnten. Dabei sind wir uns nicht sicher ob sie es konnten, denn sie waren aus Bayern und aus Hessen, und wir haben sie nicht einmal im See gesehen!

Nachdem wir uns dann wieder zivil gekleidet hatten haben wir unsere Motos und unser Gepäck verladen und konnten dann zum gemütlichen Teil des Abends übergehen.

Es wurde ein langer Abend, nachdem wir uns dann von allen verabschiedet hatten und E-Mail Adressen usw. ausgetauscht hatten ging es dann gegen 23:30 wieder Richtung Sauerland.

Die Rückfahrt klappte wie am Schnürchen, und am Sonntagmorgen gegen 9 Uhr staunten unsere Frauen das wir schon  zu so früher Stunde zurück waren.

Und eines ist ganz sicher, wir fahren wieder nach bella Italia !

Ein Reisebericht von Jürgen G./Jürgen B./Kalla und Uli.